National 25.09.2015

Klaus Hasselmann verstorben

Klaus Hasselmann verstorben
Klaus Hasselmann [Foto: Sven Heise]
Von Sven Heise
Mit großer Leidenschaft engagierte Klaus Hasselmann sich seit vielen Jahren im deutschen und europäischen Badminton. Am 21.9. ist er verstorben. Ein Nachruf von Sven Heise.
Mein Freund Klaus Hasselmann ist tot. Nach vielen gesundheitlichen Rückschlägen, die Klaus in den letzten Jahren erlitten hatte, hatten wir uns schon auf unser nächstes gemeinsames Turnier gefreut - bei den Bitburger Open wollten wir mit unseren Freunden aus dem Saarland die Turnierzeitung Netzroller herausgeben. Auch den Besuch bei der Weltmeisterschaft 2017 in Glasgow hatten wir in unserem letzten Telefonat wenige Tage vor seinem plötzlichen Tod bereits fest abgemacht. Doch dazu ist es nicht mehr gekommen, am 21. September ist Klaus Hasselmann im Alter von 67 Jahren von uns gegangen.

Im Deutschen Badminton Verband engagierte Klaus Hasselmann sich zunächst von 1993 bis 2004 im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit, seit 2004 war er Beisitzer im Ausschuss für Breitensport. Als Referatsleiter für den Behindertensport kümmerte er sich um einen Bereich, der in letzter Zeit immer wichtiger geworden ist. 2005 erhielt Klaus die Ehrennadel des DBV. Er hat viel für das deutsche Badminton getan, wollte nie in die erste Reihe, stand aber dank seiner kommunikativen Art oft im Mittelpunkt.

Wir lernten uns vor 20 Jahren bei den Deutschen Meisterschaften in Bielefeld kennen, als Klaus den Infostand des DBV betreute. Als junger Sportwart aus Baden-Württemberg begleitete ich unsere Sportler und lernte Klaus und seine Leidenschaft für das Badminton kennen. Daraus erwuchs eine Freundschaft, die mich zu den Turnieren führte, die Klaus regelmäßig besuchte. 2004 zu meinen ersten All England nach Birmingham, zu mehreren Europameisterschaften und den Dutch Open in den Niederlanden. Schließlich auch einmal zu den Scottish International nach Glasgow und natürlich zu den Weltmeisterschaften in London. Gemeinsam arbeiteten wir im Presseraum, ich fing an zu fotografieren und wir wurden ein eingespieltes Team.

Klaus konnte leidenschaftlich über Badminton diskutieren, er konnte sich aufregen. Er mischte sich ein, er vermittelte, er machte Menschen miteinander bekannt. Er saß selten auf der Tribüne, um die Spiele zu beobachten - lieber schaute er sich die Videoübertragung im Presseraum an. Ständig kamen Freunde, um ihn zu begrüßen, mit vielen Linienrichtern, Schiedsrichtern und ehrenamtlichen Helfern war er bekannt. Auch über sie schrieben wir unsere Geschichten, denn für Klaus waren nicht nur die Spieler wichtig, sondern alle, die zum Gelingen eines Turnieres ihren Beitrag leisten.

Mit seinen vielen Erlebnissen hätte er ein Buch füllen können. Bei seinem ersten Besuch bei den All England war er als einziger Deutscher ein Exot unter vielen Briten, Dänen und Asiaten. Doch mit seiner menschlichen Art hat er sich seinen Platz im manchmal viel zu hektischen Turnierbusiness erarbeitet. Er öffnete die Türen für andere, er war immer hilfsbereit - ob es die Journalisten oder Spieler waren, die eine Auskunft brauchen, oder die Gewinner des DBV-Preisausschreibens, die zum ersten Mal in England waren. Klaus diskutierte leidenschaftlich, konnte sich aufregen und sprudelte über vor Ideen, die wir gar nicht alle umsetzen konnten.

Wunderbar waren auch seine Begegnungen mit den Größen des Badmintonsports. Bei den Yonex-Presseempfängen anlässlich der All England hatte er Minoru Yoneyama kennengelernt, ihm ein Gastgeschenk mitgebracht und Scherze gemacht. Das hat dem Yonex-Gründer so gut gefallen, dass er bei seinem späteren Besuch der German Open bereits im Auto vom Flughafen seine Begleiter fragte, ob der große Mann aus Deutschland denn auch in Mülheim sei. Und als Herr Yoneyama beim Empfang im VIP-Raum ankam, marschierte er an allen versammelten Honoratioren und Yonex-Starspielern vorbei und begrüßte als Ersten seinen Freund Klaus.

Lieber Klaus, wir werden dich vermissen. Bei den All England, den Dutch Open, den Scottish Open und all den internationalen Turnieren, die du so gerne besucht hast, werden deine vielen Freunde an dich denken. Wir sind in Gedanken bei deiner Frau und deiner Familie und besonders bei den Enkeln, die jetzt ihren Opa sehr vermissen.

Es war mir eine Freude, dich auf deiner Reise durch die Badmintonwelt zu begleiten.