International 2026.01.24

Scharfe Kritik an den India Open: Joachim Fischer wirft BWF und Veranstaltern Versagen vor

Scharfe Kritik an den India Open: Joachim Fischer wirft BWF und Veranstaltern Versagen vor
Symbolfoto [Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Die India Open im Badminton, ein Turnier der Super-750-Kategorie, sollten als Generalprobe für die Weltmeisterschaften im August dienen. Stattdessen haben sie erhebliche Kritik an Organisation, Hygiene und Sicherheit ausgelöst.
Der frühere Weltklassespieler und heutige TV-Experte Joachim Fischer spricht von Zuständen, die „unter jeder Kritik“ lägen, und sieht auch den Weltverband BWF in der Verantwortung.

In einem ausführlichen Kommentar auf TV2 schildert Fischer eine Reihe gravierender Mängel beim Turnier in Neu-Delhi. "Alle beteiligten Parteien sollten sich für etwas derart Peinliches schämen", schreibt die dänische Mixed-Legende in seinem viel beachteten Kommentar.

Demnach herrschten in der Halle Temperaturen von bis zu sechs Grad, während die Luftverschmutzung in der Stadt ein Ausmaß erreicht habe, das mehrere Spieler zur Absage bewogen habe. Hinzu kamen laut Fischer schmutzige Sanitäranlagen, mangelhafte Reinigung der Spielstätten sowie Probleme mit der Beleuchtung.

Besonders irritierend wirkten Berichte über Tiere in den Hallen: Vögel hätten wiederholt auf die Spielfelder gekotet und Spiele unterbrochen, zudem seien Affen auf den Tribünen und wilde Hunde im Spielerbereich gesichtet worden. „Das ist für ein Turnier dieser Kategorie nicht akzeptabel“, schreibt Fischer und betont, dass es sich bei den India Open um ein Pflichtturnier für die Weltspitze handele.

Die Kritik erhielt zusätzliche Aufmerksamkeit, nachdem mehrere dänische Nationalspieler öffentlich Stellung bezogen hatten. Mia Blichfeldt sprach früh über die hygienischen und klimatischen Bedingungen, während Anders Antonsen seine Absage mit der extremen Luftverschmutzung begründete. Fischer hebt hervor, dass diese Aussagen – anders als sonst häufig – auch in der indischen Presse breite Resonanz fanden.

Unverständnis äußert Fischer über die Reaktion des indischen Badmintonverbandes. Dessen Generalsekretär Sanjay Mishra hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und von überzogener Kritik gesprochen. Angesichts der dokumentierten Vorfälle sei diese Darstellung jedoch nicht haltbar, so Fischer.

Ein Boykott der im August geplanten Weltmeisterschaften schließt der frühere Nationalspieler dennoch aus. Leistungssportler würden unter nahezu allen Umständen antreten, sagt Fischer, da Titelkämpfe für ihre Karrieren von zentraler Bedeutung seien. Gerade deshalb trage der Veranstalter eine besondere Verantwortung.

Die eigentliche Sorge richtet sich nun auf die Weltmeisterschaften, die ebenfalls im Indira Gandhi Indoor Stadium stattfinden sollen. Fischer fordert klare Konsequenzen und strukturelle Verbesserungen. Der Badminton-Weltverband müsse sich fragen lassen, warum ähnliche Probleme über Jahre hinweg hingenommen worden seien. Sollte es im Sommer zu vergleichbaren Zuständen kommen, drohe dem Weltverband ein erheblicher Imageschaden.

Stellungnahme der BWF

TV 2 Sport hat sich an die BWF gewandt, um zu erfahren, wie sie die Bedingungen bei den India Open einschätzt. Zudem wurde gefragt, ob der Weltverband Vertrauen darin hat, dass Indien später im Jahr die Weltmeisterschaften ausrichten kann, und ob eine Verlegung der WM eine Option sei.

Die BWF wollte die Fragen von TV 2 Sport nicht direkt beantworten, sondern verwies auf eine Stellungnahme, die sie in der vergangenen Woche während der India Open veröffentlicht hatte. Darin hieß es unter anderem, dass die BWF die Bedingungen bei den India Open genauer prüfen werde und man sich mit dem indischen Verband über notwendige Verbesserungen sowohl kurzfristig als auch mit Blick auf die Weltmeisterschaften 2026 im Austausch befinde.



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