Stars 2026.02.02

Der lange Weg zurück: Viktor Axelsen kämpft gegen die Zeit und gegen den Schmerz

Der lange Weg zurück: Viktor Axelsen kämpft gegen die Zeit und gegen den Schmerz
[Foto/Archiv: YONEX]
Von Redaktion
Von einem sportlichen Alltag kann bei Viktor Axelsen (32) seit Monaten keine Rede mehr sein.
Der dänische Badminton-Olympiasieger ist aus dem Wettkampfbetrieb verschwunden und mit ihm schwindet vorerst auch seine Präsenz in der Weltspitze. In der jüngsten Weltrangliste ist Axelsen aus den Top 50 gefallen.

Sein letztes Turnier bestritt Axelsen Ende Oktober bei den YONEX French Open, wo er im Viertelfinale Anders Antonsen unterlag. Seither bestimmt nicht der Trainingsplan, sondern der Behandlungsplan seinen Alltag. Rückenprobleme, die ihn bereits im vergangenen Frühjahr zu einer Operation und einer halbjährigen Zwangspause veranlassten, haben sich erneut als hartnäckiger Gegner erwiesen.

Dass Axelsen den Kampf noch nicht aufgegeben hat, zeigt er öffentlich und demonstrativ. Auf sozialen Medien gewährt er Einblicke in sein Rehabilitationsprogramm in Dubai. Ein Video, das ihn im Januar beim Gehen im Wasser eines Schwimmbeckens zeigt, sorgte jüngst für Aufmerksamkeit. Es ist kein spektakuläres Trainingsbild, eher ein stilles Dokument der Mühe. Der Körper arbeitet vorsichtig, der Rücken trägt sichtbare Spuren intensiver Behandlung.

Die Liste der therapeutischen Versuche ist lang. Axelsen spricht selbst davon, vieles ausprobiert zu haben und weiterhin auszuprobieren, um schmerzfrei zu werden. Physiotherapie, Injektionen, operative Eingriffe, Akupunktur, osteopathische Behandlungen und zuletzt alternative chinesische Methoden. Das Repertoire reicht von schulmedizinisch etabliert bis komplementär. Doch der erhoffte Durchbruch lässt auf sich warten. Es ist ungewiss, wie die Situation ist, sagt er mit Blick auf eine mögliche Rückkehr in den Wettkampf.

Während der Körper stagniert, bewegt sich die Rangliste unerbittlich weiter. Mit dem Wegfall der Punkte für seinen Triumph bei den India Open im Vorjahr rutschte Axelsen auf Platz 51 ab. Die unmittelbare Folge ist sportlich einschneidend. Er ist nicht länger automatisch für die größten Turniere qualifiziert. Auffällig ist zudem, dass sein Name auf den Meldelisten der kommenden World Tour Stationen, darunter die YONEX German Open sowie das traditionsreiche YONEX All England, nicht auftaucht.

Hinzu kommt eine Frist mit Signalwirkung. Mitte Februar läuft Axelsens geschützte Weltranglistenposition aus, die ihm bislang den Zugang zu großen Turnieren trotz Verletzungspause ermöglicht hat. Die Regularien sehen vor, dass ein Spieler erst nach zwei Jahren erneut in den Genuss eines solchen Schutzes kommen kann. Für Axelsen bedeutet das, dass selbst bei körperlicher Besserung der Weg zurück in die Turnierspitze auch organisatorisch und strukturell beschwerlicher würde.

Der internationale Verband BWF hält sich derweil bedeckt. Über mögliche Sonderregelungen für einen zweifachen Olympiasieger wolle man gegenüber TV-Sender TV2 ohne genaue Kenntnis der Verletzungssituation nicht spekulieren, heißt es. Es ist eine formell nüchterne Antwort, die dennoch verdeutlicht, wie eng das Regelwerk selbst für große Namen gefasst ist.

Axelsen selbst vermeidet derzeit öffentliche Bewertungen seiner sportlichen Perspektive. Erst müsse Klarheit über den körperlichen Zustand herrschen. Es ist die Haltung eines Athleten, der gelernt hat, langfristig zu denken und der nun doch in einer Phase lebt, in der Zeit nicht Verbündete, sondern Gegenspielerin ist.



Die besten Wettanbieter

Anzeige


Anzeige