Stars 2026.04.27

Zweifacher Olympiasieger Zhang Jun verschwunden

Zweifacher Olympiasieger Zhang Jun verschwunden
[Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Der Präsident des chinesischen Badmintonverbandes ist seit Tagen nicht mehr öffentlich aufgetreten. Während Disziplinarbehörden Ermittlungen führen, wächst die Unsicherheit über seinen Verbleib.
Der chinesische Sport steht vor einer neuen Episode, die Fragen nach Transparenz und politischer Kontrolle aufwirft. Zhang Jun, Präsident des Chinesischen Badmintonverbands (CBA) und einst gefeierter Olympiasieger, ist seit mehr als zehn Tagen nicht mehr öffentlich erschienen. Sein Fernbleiben von den BWF Thomas & Uber Cup Finals im dänischen Aarhus, bei denen Chinas Nationalteams am Freitag antraten, hat Spekulationen über die Hintergründe seines Verschwindens verstärkt.

Nach Berichten chinesischer Medien sollen Disziplinarbehörden Untersuchungen gegen den 48 Jahre alten Funktionär eingeleitet haben. Im Mittelpunkt stünden demnach Vorgänge aus seiner Amtszeit an der Spitze des Badmintonverbandes sowie frühere Tätigkeiten in seiner Heimatprovinz Jiangsu. Offizielle Stellen haben sich dazu bislang nicht geäußert.

Versuche von Journalisten, Zhang telefonisch zu erreichen, blieben erfolglos; sein Mobiltelefon soll seit Tagen ausgeschaltet sein. Selbst Mitarbeiter des Verbandes erklärten, keine Informationen über seinen Aufenthaltsort zu haben. Auch aus dem Nanjing Sport Institute, an dem Zhang als Vizepräsident fungierte, verlautete, man wisse nichts Näheres über seine derzeitige Situation. Angehörige sollen sich inzwischen an das Sportbüro der Provinz Jiangsu gewandt haben.

Zhangs Karriere galt lange als Musterbeispiel sportlichen Erfolgs. Geboren 1977 in Jiangsu, rückte er 1996 in die chinesische Nationalmannschaft auf. Gemeinsam mit Gao Ling gewann er bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney Chinas erste Goldmedaille im Mixed-Doppel. Vier Jahre später wiederholte das Duo in Athen diesen Triumph.

Nach seinem Karriereende 2007 wechselte Zhang auf die Trainerbank und stieg rasch in den Funktionärsapparat auf. 2018 wurde er Vizepräsident des CBA, Anfang 2019 dessen Präsident. Noch im August vergangenen Jahres bestätigte ihn die Generalversammlung des CBA für eine weitere Amtszeit.

Der Fall erinnert an andere plötzliche „Verschwinden“ hochrangiger Funktionäre in China, bei denen disziplinarische Untersuchungen oft erst im Nachhinein bestätigt werden.



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