International 2026.04.30

Chinas Anti-Korruptionsbehörde untersucht Badminton-Verbandschef Zhang Jun

Chinas Anti-Korruptionsbehörde untersucht Badminton-Verbandschef Zhang Jun
[Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Zhang Jun, Präsident der Chinese Badminton Association und einer der erfolgreichsten ehemaligen Spieler des Landes, steht im Fokus der staatlichen Anti-Korruptionsbehörden.
Wie die Zentrale Kommission für Disziplinarinspektion am Mittwoch mitteilte, wird gegen den Olympiasieger wegen schwerwiegender Verstöße gegen Disziplin und Gesetz ermittelt.

Damit reiht sich Zhang in eine wachsende Zahl prominenter Funktionäre ein, die im Zuge von Präsident Xi Jinpings verschärfter Kampagne gegen Korruption ins Visier geraten. Offizielle Angaben zu den konkreten Vorwürfen fehlen bislang. In China gilt die gewählte Formulierung jedoch regelmäßig als Hinweis auf Korruptionsverdacht oder Machtmissbrauch.

Für den Badmintonsport des Landes ist der Fall besonders brisant. Zhang Jun gehört zu den prägenden Persönlichkeiten einer Ära, in der China die internationale Szene dominierte. Gemeinsam mit Gao Ling gewann er olympisches Gold im Mixed bei den Spielen 2000 in Sydney und 2004 in Athen. Nach seinem Karriereende wechselte er 2007 in den Trainerstab der Nationalmannschaft und stieg 2019 an die Spitze des chinesischen Badmintonverbandes auf. Erst im August 2023 wurde er im Amt bestätigt.

In den vergangenen Wochen hatten Spekulationen über Zhangs Verbleib zugenommen, nachdem er bei öffentlichen Auftritten fehlte. Besonders sein Ausbleiben beim Auftakt des Thomas und Uber Cups in Dänemark sorgte für Aufmerksamkeit. In chinesischen sozialen Medien verbreiteten sich daraufhin Gerüchte über ein mögliches Verschwinden des Verbandschefs millionenfach. Allein der Hashtag „Badminton Association Chairman Zhang Jun Missing“ erreichte auf Weibo mehr als 55 Millionen Aufrufe.

Nach Berichten chinesischer Medien beziehen sich die Untersuchungen vor allem auf Zhangs Amtszeit als Verbandspräsident sowie auf frühere Tätigkeiten in der Provinz Jiangsu, wo er auch als Vizepräsident des Nanjing Sport Institute fungiert. Weder der Verband noch das Institut konnten zuletzt Klarheit über seinen Status geben.

Für Chinas Sportführung kommt der Fall zu einem sensiblen Zeitpunkt. Das Land investiert erhebliche politische und gesellschaftliche Bedeutung in internationale sportliche Erfolge. Gerade im Badminton, einer der Prestige Disziplinen des Landes, könnte eine Untersuchung gegen den obersten Funktionär erhebliche Unruhe auslösen.

Ob Zhangs sportliches Vermächtnis dauerhaft Schaden nimmt, wird wesentlich davon abhängen, welche Ergebnisse die Behörden vorlegen. Schon jetzt zeigt der Fall jedoch, dass selbst Ikonen des chinesischen Sports nicht außerhalb der politischen Kontrollmechanismen stehen.



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