Stars 2026.08.15

Christo Popov: Vom Rückschlag in Paris zum Medaillen-Kandidaten

Christo Popov: Vom Rückschlag in Paris zum Medaillen-Kandidaten
[Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Christo Popov geht mit großem Selbstvertrauen in die BWF-Weltmeisterschaften 2026.
Ein Jahr nach seiner knappen WM-Achtelfinalniederlage gegen den späteren Weltmeister Shi Yu Qi in Paris hat sich der Franzose endgültig in der Weltspitze etabliert und dabei eine bemerkenswerte Entwicklung vollzogen.

Die Niederlage gegen Shi vor heimischem Publikum in Paris erwies sich für Popov nicht als Rückschlag, sondern als Ausgangspunkt für ein außergewöhnliches Jahr. 2025 hatte er regelmäßig das Viertel- oder Halbfinale erreicht. Seitdem folgten Titel und große Erfolge. Popov gewann die HSBC BWF World Tour Finals, wurde Europameister, führte Frankreich beim Thomas Cup zur Silbermedaille und triumphierte erstmals bei einem Super-750-Turnier, den Japan Open. Auch bei den YONEX German Open holte er den Titel.

„Ich denke, ich bin heute ein besserer Athlet als im vergangenen Jahr“, sagt Popov im Gespräch mit der BWF. Das Duell mit Shi habe ihm gezeigt, dass er dem Niveau eines Weltmeisters bereits sehr nahegekommen sei. Zugleich habe es gezeigt, dass auch die Besten verwundbar sind. „Am Ende geht es einfach um Kleinigkeiten“, sagt er. Im Badminton könne ein einziger Punkt über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Popov bewertet seine Entwicklung deshalb nicht allein nach Konstanz. 2025 sei er zwar regelmäßiger tief in die Turniere vorgedrungen, 2026 habe er dafür häufiger um Titel gespielt. „Ich bevorzuge ein Jahr, in dem ich Titel gewinne, natürlich mit einigen Rückschlägen in der ersten oder zweiten Runde, gegenüber einem Jahr, in dem ich nur im Viertel- oder Halbfinale stehe.“ Entscheidend sei für ihn die Erkenntnis, dass er inzwischen das Niveau besitze, jeden Spieler schlagen zu können.

Genau diese Überzeugung brauche er auch für den nächsten Schritt. Bei einer Weltmeisterschaft gehe es schließlich nicht darum, lediglich das Viertel- oder Halbfinale zu erreichen. „Man will den Titel gewinnen“, sagt Popov.

Auch mental sieht sich der Franzose deutlich weiter als noch vor einem Jahr. Er sei selbstbewusster und entspannter geworden und könne Niederlagen leichter akzeptieren. Gerade als Spieler aus dem Bereich der Top 20 bis 30 sei der Druck auf die Weltranglistenposition groß. Nach mehreren Jahren auf der World Tour habe er jedoch gelernt, dass Höhen und Tiefen dazugehören. „Solange ich mein Bestes gebe, habe ich nichts zu bereuen.“

In der WM-Woche will Popov nun vor allem seine mentale Stärke ausspielen. Je größer der Druck, desto stärker könne seine Konzentration werden, glaubt er. „Wenn es wirklich darauf ankommt und ich vielleicht etwas gestresst bin, kann ich mich noch stärker konzentrieren und das Beste aus mir herausholen.“

Frankreich wartet derweil weiterhin auf die erste WM-Medaille im Herreneinzel. Neben Popov stehen mit Alex Lanier und Toma Junior Popov zwei weitere starke Spieler bereit. „Wir wollen unbedingt unsere erste Medaille“, sagt Christo Popov. Das französische Team sei geschlossen, die Stimmung gut und der Hunger groß.

Nach einem Jahr voller Titel ist Popov damit mehr als nur ein Außenseiter. Die Niederlage gegen Shi Yu Qi in Paris hat ihm gezeigt, wie nah er bereits an der Weltspitze war. Die vergangenen zwölf Monate haben gezeigt, dass er inzwischen auch die großen Titel gewinnen kann. Nun soll bei der Weltmeisterschaft der nächste Schritt folgen: der Kampf um Gold.


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