Stars 2026.09.03

Morten Frost kehrt zu seinen Wurzeln zurück

Morten Frost kehrt zu seinen Wurzeln zurück
Europäische Badminton-Legende: Morten Frost [Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Eine europäische Badmintonlegende übernimmt eine ungewöhnliche Aufgabe: Morten Frost wird ehrenamtlicher Trainer seines Heimatvereins. Um Spitzensport geht es dabei ausdrücklich nicht.
Morten Frost kehrt dorthin zurück, wo seine Badmintonkarriere einst begann. Der viermalige Sieger der YONEX All England wird künftig seinen dänischen Heimatverein Nykøbing Sjælland Badmintonklub als ehrenamtlicher Trainer unterstützen. Das berichtet die dänische Zeitung Ekstra Bladet.

Der 67 Jahre alte Frost hatte sich zunächst aus eigenem Antrieb bei dem Verein gemeldet, in dem er als Junge gespielt hatte. Er wollte wissen, wie es um seinen früheren Klub bestellt ist. Aus dem Kontakt entwickelte sich eine Einladung zu einem Strategietreffen. Dort erfuhr Frost, dass es dem Verein insbesondere an erwachsenen Mitgliedern zwischen 18 und 45 Jahren mangelt.

Das weckte seinen Wunsch, sich einzubringen. Frost bot dem Verein an, künftig unentgeltlich als Trainer zu helfen. Sein Ziel ist dabei nicht der Aufbau einer neuen dänischen Talentschmiede. Vielmehr soll in der Region Odsherred erstmals wieder eine Seniorenmannschaft entstehen, die an Mannschaftswettbewerben teilnehmen kann.

Auch für die umliegenden Vereine soll Frosts Engagement keine Gefahr darstellen. Eine Abwerbung von Spielern sei nicht vorgesehen. Stattdessen schwebt Frost eine Zusammenarbeit mit den Klubs der Region vor. Spieler sollen in Nykøbing trainieren können, ohne dafür ihren bisherigen Verein verlassen zu müssen.

„Vor allem wollen wir Spaß haben“, sagte Frost nach Angaben von Ekstra Bladet.

Seine Beweggründe sind persönlicher Natur. Er wolle dem Verein etwas zurückgeben, der für ihn eine große Bedeutung gehabt habe. Wenn es gelinge, eine lokale Mannschaft für den Spielbetrieb aufzubauen, sei er zufrieden. Gemeinsam mit Vereinschef Hans-Jørgen Olsen will Frost deshalb zunächst die örtlichen Vereine zu einem Treffen einladen, um über eine mögliche Zusammenarbeit zu sprechen.

Damit nimmt Frost nach Jahrzehnten im internationalen Spitzensport eine bemerkenswert bodenständige Rolle ein. Seine Karriere hatte ihn nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn 1991 zunächst zum dänischen Badmintonverband geführt. Dort arbeitete er als Sportchef, ehe er nach Malaysia wechselte und Nationaltrainer wurde. Später war er unter anderem in Südafrika tätig und kehrte anschließend nach Dänemark zurück, wo er Sportchef bei Team Aarhus Badminton wurde.

2015 übernahm Frost erneut eine Führungsaufgabe in Malaysia, diesmal als Technischer Direktor des dortigen Badmintonverbandes. 2022 wechselte er nach England und wurde dort Performance Director. 2025 trat er kürzer und wechselte in die Position des Performance Technical Advisor bei Badminton England, um mehr Zeit bei seiner Familie in Dänemark verbringen zu können.

Seine eigene sportliche Bilanz gehört zu den herausragenden Kapiteln des europäischen Badmintons. In den achtziger Jahren erreichte Frost achtmal in Folge das Finale der All England und gewann das traditionsreiche Turnier viermal. Zweimal stand er zudem im WM-Finale – beide Male unterlag er.


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