Bundesliga 2015.01.06

Matthias Almer: Tempo-Kontrolle als Erfolgsrezept?

Matthias Almer: Tempo-Kontrolle als Erfolgsrezept?
"Ich habe wirklich viele tolle Erfahrungen in den letzten vier Jahren gemacht" [Foto: BadmintonPhoto]
Von Michael Stauner
Matthias Almer verfügt mit seinen 20 Jahren schon über einige Einzel Erfahrung in der Badminton-Bundesliga. Vom Rosenheimer Coach Manfred Ernst schon als U19-Talent nach Oberbayern geholt, überrascht der Österreicher regelmäßig mit Siegen, die viele Beobachter vorher nicht auf der Rechnung hatten.
Zwar hat er in der Saison 2014/2015 erst drei Gegner für den PTSV Rosenheim bezwungen und musste vier Niederlagen einstecken, doch sein Potenzial ist unverkennbar. Am Sonntag setzte er bei der 4:2-Auswärtspleite der Oberbayern in Saarbrücken ein Ausrufezeichen, indem er Dieter Domke in zwei Sätzen abfertigte. Matthias Almer trainiert mit den österreichischen Kaderspielern im Maxx Sportcenter in Wien.

Du spielst nun schon dein viertes Jahr in Rosenheim. Welche Ecken der Stadt sollte man gesehen haben?
Die Innen- und Altstadt ist wirklich sehr schön und nicht allzu groß. Man kann sich gemütlich alles zu Fuß anschauen und es gibt viele nette Restaurants und Kaffeehäuser.

Welche Erfahrungen konntest du bisher in der Badminton-Bundesliga mit dem PTSV Rosenheim sammeln?
Ich habe wirklich viele tolle Erfahrungen in den letzten vier Jahren gemacht. Es hat zwar etwas gebraucht bis ich mich an das viele Reisen gewöhnt habe, aber all die Matches gegen sehr starke Spieler haben mich wirklich voran gebracht.

Welche Einzel haben dich geprägt? Welche Niederlagen haben dich voran gebracht?
Die besten Erinnerungen habe ich gegen den Indonesier André Tedjono (SC Union Lüdinghausen, Anm. d.Red.). Wir trafen zwei Mal aufeinander. Die erste Begegnung konnte ich in drei Sätzen gewinnen, die zweite verlor ich in drei Sätzen. Am meisten haben mich die Niederlagen gegen Yuhan Tan, Lukas Schmidt und Kestutis Navickas angespornt.

In der Liga hast du zuletzt gegen Kestutis Navickas verloren, bei den Welsh Open im November hast du ihn besiegt. Auch gegen Lukas Schmidt hast du in der Liga verloren, bei den Scottish Open im November jedoch triumphiert. Was hat jeweils den Ausschlag für die Ergebnisse gegeben?
Ich habe mich beide Male sehr gut auf das Match vorbereitet. Gegen Lukas Schmidt kamen mir die Bedingungen sehr entgegen. Die Bälle waren eher langsam und ich konnte den Angriff von Lukas entschärfen. Am Ende war ich dann der etwas geduldigere Spieler. Gegen Kestutis Navickas war ich - entgegen dem Bundesligaspiel - der spielbestimmende Spieler und erspielte mir damit mehr Angriffsmöglichkeiten.

Du triffst immer wieder auf Fabian Roth oder Ville Lång. Gegen Ville Lång ziehst du bislang den Kürzeren. Wie und wann kannst du ihn packen?
Gegen Ville habe ich jetzt zwei Mal in sehr kurzer Zeit gespielt. Das zweite Mal war ich schon um einiges besser als beim ersten Spiel, aber es hat dann doch noch nicht gereicht. Ich glaube, ich müsste die Kontrolle über das Spieltempo gewinnen und dann versuchen durch überraschende Angriffe öfter zu punkten. Außerdem müsste ich noch etwas weniger unerzwungene Fehler machen, dann sollten meine Chancen auf einen Sieg steigen.

Die Ergebnisse gegen Fabian Roth sind unterschiedlich. Was war bei eurem jüngsten Aufeinandertreffen am 20. Dezember bei den Turkey International 2014 entscheidend für deinen Sieg?
Gegen Fabian ist es immer ein harter Kampf. Das liegt daran, dass wir uns sehr ähnlich sind in unserer Spielanlage. Dieses Mal habe ich einfach genauer gespielt und habe mir vor allem im dritten Satz kaum einen Fehler geleistet.
Am meisten haben mich die Niederlagen gegen Yuhan Tan, Lukas Schmidt und Kestutis Navickas angespornt.
Matthias Almer

Du hast im Dezember 2014 die Turkey International gewonnen. Gratulation! Warum lief es bei diesem Turnier so gut für dich und wie hast du Nick Fransman im Finale geschlagen?
Danke! Ich war in guter Form und hatte viel Selbstvertrauen von den guten Leistungen zuvor. Im ersten Match gegen den Polen Dubowski ist noch vieles nicht rund gelaufen, aber ich konnte mich dann von Spiel zu Spiel steigern. Im Finale war ich einfach der etwas fokussiertere Spieler und konnte mich im dritten Satz trotz großer Müdigkeit besser überwinden.

Du spielst beim PTSV Rosenheim mit deinem Landsmann David Obernosterer in einer Mannschaft. Wie stark ist das Konkurrenzdenken zwischen euch?
Sicher gibt es ein Konkurrenzdenken zwischen uns, aber wir verstehen uns sehr gut und auch wenn Badminton eine Individualsportart ist, braucht man gute und fokussierte Trainingspartner.

Wann wirst du die Nummer 1 in Rosenheim sein, wann in Österreich?
Derzeit sind meine Teamkollegen Luka Wraber und David Obernosterer noch deutlich höher in der Weltrangliste platziert. Ich werde versuchen mich weiter zu verbessern und dann werden wir sehen, ob und wann es mir gelingt, Luka und David zu überholen. Natürlich ist für uns drei die Qualifikation für Rio ein großes Ziel und dafür benötigt man eine Topplatzierung in der Weltrangliste und müsste auch die Nummer eins in Österreich sein.

Danke für diese Informationen.


Anzeige


Anzeige
Tabelle
11. BC Wipperfeld1024
2SV Fun-Ball Dortelweil921
31. BC Bischmisheim1018
4Blau-Weiss Wittorf1018
5Union Lüdinghausen1015
6TV Refrath1015
71.BV Mülheim105
81. BC Beuel104
9SG Schorndorf91