Stars 19.12.2019

20 ungewöhnliche Fragen an Marc Zwiebler

20 ungewöhnliche Fragen an Marc Zwiebler
[Foto/Illustration: BadmintonPhoto/Julian Pletz]
Von Redaktion
Marc Zwiebler ist Deutschlands Badminton-Superstar. Der ehemalige Europameister stellte sich unseren 20 ungewöhnlichen Fragen.
Marc Zwiebler über Angela Merkel, Hans-Dietrich Genscher, dämliche Fragen von Journalisten und Schimpfwörter auf dem Badminton-Court.

Du hast über 20.000 facebook-Fans. Wieviele Messages bekommst du so rein?
Das hängt natürlich stark davon ab, was gerade so bei den Turnieren passiert, aber ich würde einmal schätzen so ca. 8-10 Stück am Tag.

Kannst du mal ein Foto beschreiben, das Du nicht auf facebook oder Twitter stellen würdest?
Ich würde nichts allzu Privates öffentlich ins Internet stellen.

Das höchste jemals von dir gewonnene Preisgeld?
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube es waren 25.000 US Dollar.

Kommst du am Morgen leicht aus dem Bett?
Ganz und gar nicht. Ich bin ein Nachtmensch und komme relativ schwer ins und aus dem Bett.

Wer ist für dich das größte Genie auf Erden?
Es gibt, denke ich, viele Leute, die schlauer sind als ich, da fällt es schwer jemanden zu nennen. Besonders beeindruckend in letzter Zeit fand ich die Flugbahn-Berechnungen der Sonde, die auf dem Komet gelandet ist. Wie das berechnet wurde ist schon unglaublich, vor allem für mich, dem Mathematik nicht so sehr liegt.

Deine Lieblings-Fernsehserie?
Ich habe immer gerne und regelmässig "How I met your mother" geschaut, ansonsten schaue ich allerdings kaum Fernsehen.

Hast du schon mal Angela Merkel getroffen?
Leider noch nicht, würde ich aber mal gerne. Aber ich habe erst vor Kurzem den ehemaligen Aussenminister Hans-Dietrich Genscher zum 25-jährigen Jubiläum der Einheit kennengelernt. Es war sehr interessant, Weltpolitik einmal so hautnah und locker erzählt zu bekommen.
Es gibt immer wieder Zeitpunkte, wo man sich überlegt, ob man den Schläger nicht an den Nagel hängen soll.
Marc Zwiebler

Lin Dan oder Lee Chong Wei?
Lin Dan ist einzigartig und selbst im Vergleich mit anderen Sportarten wahrscheinlich auch noch einer der ganz besonderen Geschichten des Sports. Persönlich hätte ich Chong Wei den ein oder anderen großen Erfolg von Herzen gegönnt.

Wann bist du zuletzt so richtig verarscht worden?
Privat zum Glück schon lange nicht mehr, auf dem Feld zum letzten Mal in Macau

Camilla Martin hat sich früher immer erkundigt, ob ihr Match im dänischen TV übertragen wurde und wie es um die Dänischkenntnisse des Schriris bestellt war, um dann mit der größten und vielfältigsten Auswahl an Schimpfwörtern aufzuwarten. Wie machst du das?
Leider rutscht einem unter Druck manchmal etwas raus, was unangebracht und dumm ist. In letzter Zeit hatte ich es eigentlich immer ganz gut im Griff, ich denke ein paar Emotionen und einige Schimpfwörter sind ab und zu auch einmal okay.

Schon einmal eine andere Frisur gehabt?
Noch nichts wirklich anderes oder verrücktes, nein.

Hast du einen zweiten Vornamen?
Nein.

Die dämlichste Anfrage, die du jemals erhalten hast?
Vielleicht nicht die dämlichste, aber mit Sicherheit eine der nervigsten Fragen ist, ob man vom Badminton leben kann. Vor allem da diese Frage meist zu Beginn eines Gesprächs gestellt wird.

Wer ist der lustigste Badmintonspieler der Welt?
Ville Lång kann ein guter Entertainer auf dem Spielfeld sein, ausserhalb vom Spielfeld gibt es viele sehr lustige Spieler.

Ehrlich, wer war der bislang "assigste" Gegner?
Da kann ich keinen einzelnen nennen. Außerhalb des Spielfeldes sind eigentlich alle wirklich nett, während des Spiels kann jeder „assig" sein. Ein paar der absurdesten Situationen hatte ich sogar mit befreundeten Gegnern wie Peter Gade oder Lee Chong Wei. Aber das ist okay. Wir sind alle Profis, spielen mit Druck, um Geld und um Erwartungen zu erfüllen. Auf dem Feld wird da halt auch einmal mit vermeintlich unsportlichen Bandagen gekämpft, da kann ich mich auch nicht raus nehmen. Es ist nur wichtig, dass man nach dem Spiel miteinander auskommt. Und das hat bei mir zum Glück immer geklappt.

Saarbrücken oder Bonn?
Auch wenn ich mich in Saarbrücken sehr wohl fühle und gut eingelebt habe, bleibt Bonn für mich Heimat mit Familie und Freunden, die mich schon mein ganzes Leben begleiten.

Was hat Saarbrücken, was Berlin nicht hat?
Kurze Wege, Lyoner (Wurst) und jeder Stadtteil hier hat einen eigenen, komischen Dialekt.

Lasst ihr euch wieder einen Schnurrbart wachsen, für die Europameisterschaft im nächsten Jahr?
Ich weiss es nicht, so lange im voraus muss die Planung dafür noch nicht stehen (lacht).

Was planst du nach deiner sportlichen Karriere?
Ich hoffe, dass ich mein BWL-Studium mit dem Ende meiner Karriere abschliessen werde. Was dann folgt steht noch ziemlich offen. Dies bereitet mir schon des Öfteren Kopfschmerzen und es gibt immer wieder Zeitpunkte, wo man sich überlegt, ob man den Schläger nicht an den Nagel hängen soll und sich auf das Studium bzw. den Berufseinstieg konzentrieren soll.

Ich weiss nicht, was kommen wird, ich denke aber, dass man als Profisportler viele Erfahrungen sammelt, die einem auch im Berufsleben helfen können.

Ist Lin Dan von Nahem betrachtet, auch nur ein Mensch?
Natürlich ist er auch nur ein Mensch. Er ist auch nervös, flucht, diskutiert mit den Trainern und Schiedsrichtern und zerhaut Schläger vor Frust. Er hat in seiner Karriere auch schon ein paar wichtige Spiele verloren, wobei seine Erfolge natürlich die Niederlagen überstrahlen. Er ist einfach ein unglaublich talentierter Badmintonspieler, der dazu auch noch mehr und intensiver trainiert als die meisten seiner Kontrahenten.