Bundesliga 2017.02.26

Für Beuel hätte es nicht schlimmer kommen können

Für Beuel hätte es nicht schlimmer kommen können
Beuels Raphael Beck [Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Bärbel Dähling
Es konnte eigentlich nicht schlimmer kommen - und es kam schlimmer. Der 1. BC Beuel kassiert eine 3-4-Niederlage im Heimspiel gegen die Gäste vom TSV Neuhausen-Nymphenburg.
Freud und Leid lagen so nah beieinander, als das Badminton- Bundesligaspiel des 1. BC Beuel am Samstagabend mit einem erfolgreichen Angriffs-Clear von Eva Janssens im Mixed zu Ende ging. Mit 11:5, 11:7 und 14:12 schickte die 20-Jährige zusammen mit Raphael Beck das Duo Kaja Stankovic/Manuel Heumann vom TSV Neuhausen- Nymphenburg nach nur drei Sätzen unter die Dusche. Zugleich war es das dritte gewonnene Spiel der Gastgeber gegen das Team aus dem Münchner Bezirk. Doch insgesamt revanchierten sich die Gäste für die Niederlage im Hinspiel. Beuel musste sich diesmal mit 3:4 geschlagen geben.

Dabei hatte es im ersten Herrendoppel so gut angefangen. Zwar würfelten die erneuten Rückenschmerzen von Erik Meijs und das Fehlen des weiterhin an der Schulter verletzten Inders Akshay Dewalkar wieder einmal das Spielerkarussell durcheinander. Doch Raphael Beck und an seiner Seite Max Weißkirchen hinterließen mit einem Sieg in vier Sätzen (11:7, 11:8,10:12 und 11:8) gegen Yankov Krasimir und Przemyskaw Szydlowski eine prima Visitenkarte. Max Weißkirchen (mit Eva Janssens 2015 Jugend-Europameister im Mixed) freute sich riesig über seinen ersten Sieg in einem Bundesligaspiel nach seiner langen Verletzungs- und Rekonvaleszenzphase. Spielstand 1:0.

Das parallel spielende Damendoppel Eva Janssens und Birgit Overzier, die kurz zuvor noch von Physiotherapeut Gerhard "Gerry" Malz knackend eingerenkt worden war, musste sich dem Duo Natalya Voytsekh und Kaja Stankovic in vier Sätzen geschlagen geben (7:11, 11:6, 11:13, 8:11). Spielstand 1:1.

Auch der Beueler Schotte Patrick MacHugh und Daniel Hess im zweiten Herrendoppel gegen Tobias Wadenka und Manuel Heumann hatten letztlich mit 6:1, 6:11, 11:4 und 6:11 das Nachsehen. Stand: 1:2.

Luise Heim, die sich nach der Team-EM in Lubin (Polen) kaum erholen konnte, zeigte gegen Natalya Voytsekh, der 25 Jahre alten Ukrainerin, beim 5:11, 11:6, 6:11 und 4:11 teilweise eine sehr starke Laufleistung und scheuchte ihre Gegnerin über das komplette Spielfeld, doch am Ende reichten all die Mühen und Spurts nicht: 1:3.

Auch Nachwuchs-Ass Lukas Resch, seines Zeichens frisch gekürter 2 deutscher Meister U17, zog gegen Krasimir Yankov (diesmal) den Kürzeren in drei Sätzen (zu 7, 7 und 6): 1:4.

Als sich Max Weißkirchen - wie immer kritisch beäugt vom Papa und Oma und Opa - im Einzel mit Tobias Wadenka duellierte, wurde schnell klar, dass sich der junge Spieler deutlich auf dem Weg zu besseren Zeiten befindet. Satz eins ging mit 6:11 an den 26-jährigen Gegner; die Sätzen zwei und drei holte sich Weißkirchen mit 11:8 und 11:3 und zeigte eine nach oben ansteigende Formkurve.

Selbst der mit 2:11 verlorene vierte Satz brachte ihn nicht wie so oft in der Vergangenheit aus der Puste und obendrein aus dem Konzept. Mit 11:9 behielt der Blondschopf schließlich die Oberhand und bilanzierte hernach: "Ich bin derzeit bei etwa 70 Prozent meiner Leistungsfähigkeit." Das lässt doch hoffen! Und wenn er dann noch die eigenen Fehler ("unforced errors") minimieren kann...: 2:4. Als Schlusspunkt dann das gemischte Doppel - siehe oben: 3:4.

Zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben. Die Beueler BC-Spieler müssen nun um den Einzug in die Play-offs bangen und auf die Schützenhilfe anderer Mannschaften hoffen.

"Aber es hätte auch noch ganz anders ausgehen können", meinte Kapitänin Birgit Overzier hernach und ließ Interpretationsmöglichkeiten in mehrere Richtungen zu. Angesichts so zahlreicher Ausfälle wegen unterschiedlichster Verletzungen hofft nicht nur die Grande Dame des 1.BC Beuel, "dass diese Saison hoffentlich bald vorbei" ist. Immer wenn man denkt, es kann nicht schlimmer kommen, kommt es schlimmer!

Im letzten Spiel der Hauptrunde müssen die Gelb-Schwarzen am 26.März in Refrath antreten. Die Fans - und nicht nur die - sind gespannt.

Und jetzt ist Pause mit Erholung samt Karneval angesagt? Denkste! Nach dem Genuss des LiKüRa-Zuges am Sonntag vom Wegesrand aus (jedenfalls für das Duo Overzier/Meijs mit Familie) geht's am Montag schon los zu den German Open, die in Mülheim/Ruhr ab Dienstag das Badminton-Geschehen bestimmen. In dem mit 120.000 US-Dollar Preisgeld dotierten Grand-Prix-Gold-Turnier geben Birgit Overzier und ihr langjähriger Mixedpartner Michael Fuchs ihr Abschiedsspiel auf der internationalen Bühne.





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Tabelle
11. BC Bischmisheim1227
2TV Refrath1222
31. BV Mülheim1221
41. BC Beuel1219
5Union Lüdinghausen1217
6TSV 1906 Freystadt 1217
7SV Fun-Ball Dortelweil1212
8TSV Trittau1210
91. BC Wipperfeld1210
10Blau-Weiss Wittorf-NMS129