International 2015.02.15

Fränkische Überraschung für Dänemarks Doppelstars

Fränkische Überraschung für Dänemarks Doppelstars
Michael Fuchs und Max Schwenger glichen im EM-Halbfinale gegen Dänemark zum 2:2 aus. [Foto (c) Sven Heise]
Von Sven Heise
"Es war die fränkische Überraschungsvariante" - und nicht die bayerische - auf diese Feststellung legten Michael Fuchs und Max Schwenger besonderen Wert. Das Duo glich im Halbfinale Deutschland gegen Dänemark zum 2:2 aus. Mit dem Sieg im Damendoppel setzten sich die Dänen im entscheidenden Spiel durch und stehen nach dem 3:2 im Finale der Team-EM.
Zum Auftakt der Begegnung bestritten Max Schwenger und Carla Nelte das Mixed gegen das dänische Weltklasseduo Christinna Pedersen & Joachim Fischer Nielsen. Beim 17:21, 17:21 boten die DM-Zweiten eine gute Leistung. "Es war ein gutes Spiel", meinte Max Schwenger. "Vor knapp zehn Monaten wurden wir von denen richtig verprügelt! Jetzt war es schon enger, den zweiten Satz hätten wir auch gewinnen können."

Dieter Domke konnte dem WM-Dritten Viktor Axelsen nicht gefährlich werden - 15:21, 12:21 lautete das Endergebnis. Zum dritten Mal im dritten Match lag Deutschland bei der EM 0:2 zurück. Aber dann kam Karin Schnasse und machte sich mit dem Dreisatzerfolg gegen Anna Thea Madsen selbst das schönste Geburtstagsgeschenk (21:18, 11:21, 21:14).

"Ich bin sehr glücklich über meinen Sieg!" erklärte Karin gegenüber Badzine. "Gestern war ich sehr enttäuscht von mir selber, nach der hohen Führung das Spiel noch abgegeben zu haben. Ich kann einfach im Moment noch nicht so viel von mir erwarten. Ich war lange krank, deswegen musste ich auch bei der Deutschen Meisterschaft aufgeben. Aber ich bin froh, die ganzen Spiele zu haben, um wieder fit zu werden. Heute freue ich mich, dass ich für's Team ein Spiel gewinnen konnte."

Der Sieg von Karin war das erste gewonnene Einzel der deutschen Mannschaft in Leuven. "Auf die Einsätze habe ich mich vorher sehr gefreut, weil Europas Spitze hier ist. Für mich ist das eine gute Gelegenheit, vor der Olympiaquali zu sehen, wo ich stehe und was muss ich noch traineren muss." freute sich Karin. "Für mich waren das sehr gute Spiele, um zu lernen. Wir haben nächstes Wochenende noch einen Bundesliga-Doppelspieltag und dann folgen schon die German Open, All England und Swiss Open. Es geht jetzt radikal los!"

Nach den Topleistungen von Max Schwenger und Josche Zurwonne in den Spielen gegen Schottland und Frankreich riskierte die deutsche Teamleitung im Herrendoppel eine Umstellung, die sich auszahlte. Max Schwenger und Michael Fuchs besiegten Mads Pieler Kolding & Mads Conrad-Petersen 21:16 und 21:13. Besonders im zweiten Satz waren die beiden Franken in der Offensive überragend.

Obwohl die beiden in einem Wettkampf noch nie miteinander gespielt hatten, funktionierte die Abstimmung blendend. Michael Fuchs: "Wir trainieren jeden Tag zusammen und natürlich tauscht man da im Tranining öfters durch. Das heißt, wir haben im Training immer mal Spiele zusammen. Wir haben in den ersten drei Schlägen der Ballwechsel dominiert. Dann hatten wir Angriffssituationen für uns und das war der entscheidende Punkt heute. Für uns war es dann einfacher, das Spiel aus der Offensive zu gestalten. Mit der entsprechenden Ruhe und dem Selbstvertrauen nach dem gewonnenen ersten Satz lief es bei uns super."

"Nach dem Mixed war ich schon zufrieden", ergänzte Max Schwenger im Badzine-Interview. "Klar haben wir das Spiel verloren, das war sch... Aber dann haben wir im Doppel noch mal alles gegeben. Ich bin überglücklich, dass wir gewonnen haben! Es hat alles funktioniert, wir haben gut zusammengespielt. Wie Fuchsi schon gesagt hat, spielen wir im Training ab und zu zusammen. Aber das, was wir heute gespielt haben, haben wir im Training noch nie gespielt. War gut!"

Beim Stand von 2:2 waren bereits über drei Stunden gespielt - die Entscheidung über den Finaleinzug fiel im Damendoppel. Carla Nelte und Johanna Goliszewski mussten ihre erste Niederlage bei der EM einstecken. Gegen die dänischen Topstars Christinna Pedersen und Kamilla Rytter Juhl unterlagen die Deutschen Meisterinnen 15:21 und 9:21.

Trotz der verpassten Titelverteigung war das deutsche Team überglücklich über die Medaille und die gute Leistung gegen Dänemark. Bundestrainer Holger Hasse erklärte nach der Begegnung die Aufstellung. "Wir haben extrem viele gute Doppelspieler und wir wissen, dass die Passung von einem erfahrenen 'alten Hasen' wie Fuchsi und einem jungen Spieler wie Max gut ist. Das haben die beiden heute super gemacht, vor allem die Aufschlagssituationen - Weltklasse gespielt!"

Der Chef des deutschen Trainerteams, zu dem in Leuven auch noch Jacob Øhlenschlaeger und Wang Xuyan gehörten, freute sich über die erreichte Medaille: "Die Mannschaft kann total stolz sein! Wir sind als Trainerteam auch total stolz auf unsere Spieler! Sie haben unter den schwierigen Bedingungen - Ausfall von Marc und Johannes, Krankheiten einiger Spieler in der Vorbereitung - eine Superleistung gebracht und eine Medaille geholt. Gegen Dänemark ins fünfte Spiel zu gehen, eine Topleistung zu bringen, das ist aller Ehren wert! Auch gestern gegen Frankreich war es knapp. Da die Nerven zu behalten und als Team geschlossen zueinander zu stehen, das war die Stärke und deswegen ist die Medaille auch absolut verdient!"

Das zweite Halbfinale zwischen England und Russland wurde nach fünf Stunden ebenfalls erst im Damendoppel entschieden - die Engländer gewannen 3:2 und treffen am Sonntag um 14 Uhr im Finale auf Dänemark.

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