Bundesliga 23.01.2019

Bundesliga: Refrath erneut als Spielverderber

Bundesliga: Refrath erneut als Spielverderber
Luise Heim vom 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim [Foto: BadmintonPhoto]
Von David Benedyczuk
Bundesliga-Spitzenreiter 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim muss sich nach 31 Siegen in Folge gegen den TV Refrath wieder mal geschlagen geben.
Jede Serie geht mal zu Ende. Für die Badminton-Asse des 1. BC Saarbücken-Bischmisheim war dies am vergangenen Sonntag der Fall: Nach sage und schreibe 31 (!) Bundesliga-Siegen in Folge musste sich der amtierende deutsche Mannschaftsmeister mal wieder geschlagen geben. Im Heimspiel gegen den TV Refrath unterlag der souveräne Bundesliga-Spitzenreiter ersatzgeschwächt klar und deutlich mit 1:6 – ausgerechnet gegen jenen Gegner, gegen den der BCB vor gut anderthalb im Finale um die deutsche Meisterschaft seine bis dato letzte Bundesliga-Schlappe erlitten hatte. „Wir wussten von Vornherein, dass es aufgrund der massiven personellen Engpässe für uns schwer werden würde“, konstatierte Saarbrücken-Bischmisheims Teammanager Marcel Reuter angesichts der vielen Ausfälle gegen Ex-Meister Refrath. Neben dem langzeitverletzten ehemaligen Gäste-Akteur Fabian Roth mussten die Saarländer auf ihre beiden international im Einsatz befindlichen Nationalspieler Isabel Herttrich und Marvin Seidel verzichten. Zudem standen berufs- und verletzungsbedingt Johannes Schöttler, Ruben Jille und Dieter Domke nicht zur Verfügung. Olga Konon und die zweifache deutsche Einzelmeisterin Luise Heim gingen angeschlagen in das Duell mit den Gästen aus Bergisch-Gladbach, die mit ihrem achten Saisonsieg in der Joachim-Deckarm-Halle bis auf fünf Punkte an den Spitzenreiter heranrückten und damit hartnäckigster BCB-Verfolger sind.

Heim konnte das Dameneinzel gegen die Ungarin Vivien Sandorhazi nicht zu Ende spielen: Nachdem die 22-Jährige die ersten beiden Sätze mit 6:11, 2:11 verloren hatte, gab sie das Spiel entkräftet auf. Heim wird nun darauf hoffen, dass sie für die Deutschen Einzel-Meisterschaften ab dem 31. Januar in Bielefeld wieder entsprechend in Form kommt. „Auch Olga war durch einen grippalen Infekt angeschlagen und längst nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte“, sagte Reuter angesichts der Niederlage im Damendoppel, wo Konon an der Seite von Franziska Volkmann gegen Refraths Chloe Magee und Carla Nelte nach gewonnenem ersten Durchgang letztlich mit 11:9, 10:12, 6:11 und 4:11 unterlagen. Im Mixed trat Konon gar nicht erst an. Dort blieben Volkmann und Peter Käsbauer beim 7:11, 5:11, 4:11 gegen Sam und Chloe Magee letztlich chancenlos. Zusammen mit Altmeister Michael Fuchs hatte Käsbauer zuvor im ersten Herrendoppel eine tolle Aufholjagd hingelegt und die Gäste-Paarung um Jan-Colin Völker und Max Schwenger mit 9:11, 5:11, 13:11, 12:10 und 11:6 niedergerungen. Es blieb der einzige Bischmisheimer Punkt, weil Luka Wraber und Patrick Scheiel im zweiten Herrendoppel ebenso klar in drei Sätzen unterlagen, wie Simon Wang und Wraber in den beiden Herreneinzeln. „Wenn es richtig gut für uns gelaufen wäre, wäre vielleicht zumindest ein Punkt drin gewesen. Letztlich war die Niederlage aber irgendwo absehbar. Unsere Ersatzspieler haben zwar keineswegs enttäuscht und ihr Bestes gegeben. Der Gegner war diesmal aber einfach stärker“, sagte Reuter – und ergänzte: „Wenn man es realistisch betrachtet, hätte es uns auch schon früher erwischen können. Von daher wird uns das jetzt sicher nicht zurückwerfen. Klar, es ist eine sehr hohe Niederlage – aber sie ist eben auch den personellen Umständen geschuldet. Und vielleicht ist es gar nicht schlecht, dass wir jetzt nochmal auf diesem Wege einen Weckruf erhalten und nicht in Gefahr geraten, alles als Selbstläufer anzusehen.“

Einen Tag vor der ersten Niederlage nach ewig langer Zeit war der BCB nochmal mit einem blauen Auge davongekommen: Beim 1. BC Wipperfeld hatte sich der achtfache deutsche Mannschaftsmeister am Samstag mit 4:3 behauptet – auch, weil Luka Wraber im Herreneinzel die erhoffte Revanche glückte: Der vierfache österreichische Staatsmeister bezwang Iikka Heino in vier Sätzen mit 11:6, 8:11, 11:8 und 11:7. Das letzte Duell mit Wipperfelds Finnen hatte Wraber noch knapp in fünf Sätzen verloren. Keine Blöße gaben sich in Wipperfürth das Bischmisheimer Herrendoppel um Michael Fuchs und Johannes Schöttler (11:8, 11:6, 11:3 gegen Heino/Samuel Hsiao) sowie Luise Heim in ihrem Einzel gegen Aneta Wojtkowska, die sie 11:4, 11:5, 11:3 abblitzen ließ. Heim sorgte zudem an der Seite von Konon für den vierten BCB-Punkt: Beide bezwangen im Damendoppel Jenny Nyström und Wojtkowska in fünf Sätzen 13:11, 8:11, 11:4, 3:11 und 11:3. Dagegen mussten sich Wraber und Käsbauer ebenso im Entscheidungsdurchgang beugen (6:11, 6:11, 11:5, 11:3 und 9:11 gegen Henri Aarnio/Matthew Grimley) wie Konon und Fuchs im gemischten Doppel, das sie denkbar knapp mit 4:11, 11:5, 8:11, 14:12 und 14:15 gegen Nyström/Grimley verloren. Simon Wang schließlich unterlag im zweiten Herreneinzel Hsiao in vieren mit 6:11, 6:11, 11:7 und 10:12. Dennoch reichte es mit 4:3 noch zum 31. Bundesliga-Sieg in Folge, ehe die stolze Serie gegen Refrath dann doch reißen sollte.

Nach der ersten Niederlage wird der BCB darauf hoffen, eine neue Siegesserie starten zu können. Das wird im nächsten Spiel sicherlich keine leichte Angelegenheit, denn am 10. Februar steht dem Tabellenführer und Meister das nächste Topspiel bevor: Ab 14 Uhr spielt Saarbrücken-Bischmisheim beim Tabellenfünften Union Lüdinghausen (acht Siege, vier Niederlagen) – auch mit der Hoffnung, dass sich die personelle Situation dann wieder deutlich besser darstellt als zuletzt.

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Tabelle
11. BC Bischmisheim1227
2TV Refrath1222
31. BV Mülheim1221
41. BC Beuel1219
5Union Lüdinghausen1217
6TSV 1906 Freystadt 1217
7SV Fun-Ball Dortelweil1212
8TSV Trittau1210
91. BC Wipperfeld1210
10Blau-Weiss Wittorf-NMS129