International 2020.11.01

Der große Wurf bleibt aus

Der große Wurf bleibt aus
Yvonne Li [Foto: Sven Heise für BadmintonPhoto]
Von Thomas Fuchs
Yvonne Li und Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich verpassen Turniersieg bei den SaarLorLux Open 2020 in Saarbrücken.
Es ist eine Weile her, dass deutsche Badminton-Asse bei ihrem Heimturnier in der Saarbrücker Saarlandhalle ganz oben auf dem Treppchen standen. Sowohl Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich im Mixed als auch Yvonne Li im Dameneinzel konnten heute ihre Endspiele nicht für sich entscheiden. Und so bleiben Michael Fuchs und Birgit Michels mit ihrem Turniersieg 2013 auch weiterhin die letzten deutschen Turniersieger des internationalen Traditionsturniers in Saarbrücken. Am Finaltag triumphierten Athleten aus Dänemark, Frankreich, Schottland und Bulgarien.

Die eigenen Erwartungen nicht erfüllt

"Die Enttäuschung ist schon groß. Wir hatten hohe Erwartungen an uns selbst. Die haben einen guten Job gemacht und wir haben nicht 100% abgerufen", resümierte Isabel Herttrich nach dem Finale. Beim 15:21, 21:19 und 11:21 gegen Mathias Christiansen und Alexandra Boje aus Dänemark konnte Deutschlands bestes Mixed im heutigen Endspiel nicht an die hervorragenden Leistungen der Turnierwoche anknüpfen. "Gerade er hat das Spiel gut an sich gerissen und Druck gemacht. Das war zusammen mit unseren Fehlern spielentscheidend", analysierte Mark Lamsfuß. Dennoch sind die beiden zufrieden mit ihrer Entwicklung: "Wir konnten die lange Turnierpause gut für das Training nutzen und unser Spiel verbessern. Ich war einfach froh, dass wir hier nochmal auf dem Feld stehen konnten. Es wird ja gerade wieder alles abgesagt. Wir haben es genießen können", erklärte Isabel Herttrich.

Auch Yvonne Li konnte ihre erste Finalteilnahme in der Saarlandhalle heute nicht in einen Turniersieg umwandeln. Übrigens kann nicht nur auf Tennis wetten, auch Badminton ist eine beliebte Sportart bei Wettanbietern. Gegen die Schottin Kirsty Gilmour, die im Halbfinale Turnierfavoritin Olympiasiegerin Carolina Marin aus Spanien bezwungen hatte, war an diesem Tag nicht viel zu holen. "Ich war von Anfang an unter Druck. Sie hat sehr aggressiv gespielt und ich habe es nicht geschafft, das Tempo hochzuhalten", analysierte die Deutsche Meisterin Li ihre Finalniederlage.

Popov krönt sich zum Sieger

Im Herreneinzel bejubelte der Franzose Toma Junior Popov lautstark seinen Sieg über den Niederländer Mark Caljouw. Im dritten Aufeinandertreffen der beiden konnte Popov erstmals gewinnen und sich somit zum ersten Mal in die Siegerlisten der SaarLorLux Open eintragen.

Die Schwestern Gabriela und Stefani Stoeva stehen schon seit 2018 in dieser Liste. Nachdem sie im letzten Jahr nicht nach Saarbrücken gereist waren, knüpften sie in diesem Jahr nahtlos an ihre Leistungen von damals an. Ohne Probleme spielten sich die an Position eins gesetzten Bulgarinnen ins Finale und dominierten hier ihre jungen Kontrahentinnen aus Dänemark nach Belieben. Nach nur 32 Minuten hieß es 21:8 und 21:11 für die an Weltranglistenplatz 15 geführten Schwestern.

Im rein dänischen Herrendoppel-Finale setzten sich letztlich die erfahreneren Jeppe Bay und Lasse Molhede gegen ihre Landsmänner Daniel Lundgaard und Mathias Thyrri durch. Mit 21:13 und 21:15 unterstrichen Molhede und Bay ihre starke Turnierleistung.