Kolumne 2021.04.12

Olympia 2020 erst im Jahre 2021 - wie es dazu kam und was wir erwarten können

Olympia 2020 erst im Jahre 2021 - wie es dazu kam und was wir erwarten können
Kento Momota [Foto/LIVE: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Wegen der weltweiten Pandemielage müssen die Olympischen Sommerspiele von 2020 um ein Jahr verlegt werden. Die Covid-19-Pandemie nimmt seit Frühling 2020 seinen Lauf und hat sich schnell über die gesamte Welt verbreitet. Zum damaligen Zeitpunkt musste schnellstmöglich alles lahmgelegt werden, was in irgendeiner Weise die Ausbreitung der Pandemie fördern könnte.
Es war bekannt, dass sich das Covid-19-Virus über eine Tröpfchen- und Schmierinfektion verbreitet, weswegen ein Sportevent wie Olympia völlig unangebracht war. Die Einhaltung der Maßnahmen und Regeln zu diesem Zeitpunkt konnten bei einer solchen Veranstaltung nicht gewährleistet werden, weshalb die Olympischen Spiele verschoben werden mussten.

Als klar war, dass die Spiele im Sommer 2020 unmöglich stattfinden können, wurde beschlossen, dass man ein ganzes Jahr warten würde, um tatsächlich sicher sein zu können, dass die Spiele an dem neuen Termin stattfinden können. Die Olympischen Sommerspiele 2020 sollten kein zweites Mal verschoben werden, weshalb man sich auf diesen langen Zeitraum der Verschiebung einigte. Ursprünglich sollten die Spiele vom 24. Juli bis zum 9. August 2021 gehen. Der neue Termin ist nun auf den Zeitraum vom 23. Juli bis zum 8. August angesetzt. Alle Beteiligten hoffen natürlich, dass die Sommerspiele dieses Jahr wirklich stattfinden können, denn: Die Lage ist immer noch unsicher und keiner weiß genau, was die Zukunft noch bringt.

In der Regel finden die Olympischen Sommerspiele alle vier Jahre statt. Schon seit 1896 besteht dieser Rhythmus und wurde seitdem auch noch nicht gebrochen - bis auf dieses Jahr. Dieses Jahr soll alles anders werden, was vielerorts für Verwirrung sorgt, bei den meisten aber auch auf Verständnis trifft.

Für die Sportler ist es natürlich eine große Enttäuschung, dass die Olympischen Spiele in Tokio nicht wie geplant veranstaltet werden können. Doch neben enttäuschten Sportlern und Fans gibt es noch andere sehr enttäuschte Personen - die Veranstalter. Veranstalter der Spiele ist das Land Japan, welches auch tief in die Tasche greift, um alles zu finanzieren.

Die Verschiebung der Spiele reist jedoch ein unerwartet großes Loch in die Brieftasche des asiatischen Staates: Es werden circa 1,9 Milliarden Euro mehr, die das Land bezahlen muss. Eine so hohe Summe ist natürlich eine Wucht, die wahrscheinlich durch die Steuerzahler Japans wieder ausgeglichen werden muss. Auf die Fans und die Wettindustrie hatte die Verschiebung allerdings keinen negativen Einfluss. Viele Wettanbieter bieten wie üblich Wetten für praktisch alle Events bei den Sommerspielen an.

Die Favoriten im Badminton

Die Top-Favoriten für Olympia stammen selbstverständlich wieder aus Asien. In den asiatischen Ländern ist Badminton eine unglaublich populäre Sportart. Indonesien, China und Südkorea dominieren schon seit Jahren alle Wettbewerbe.

In Indonesien werden große Hoffnungen auf das 24-jährige Talent Anthony Ginting gesetzt. Der Spieler ist zwar erst 24 Jahre alt, dennoch konnte er bereits auf größeren Bühnen sein Talent beweisen. Sein Spielstil wird vor allem durch seine enormen Reflexe und durch seine starke Reaktionsfähigkeit so gefährlich für den Gegner. Anthony Ginting wird bei seiner ersten Olympiade 2021 voll auf Titelkurs gehen und alles daransetzen, die Goldmedaille zu gewinnen.

An Se Young ist der Name einer der vielversprechendsten Badmintonspielerinnen, die es in der heutigen Zeit gibt. Sie ist eine 19-jährige Südkoreanerin, die bereits in jungen Jahren große Aufmerksamkeit auf sich zog. Sie wurde bereits mit 15 Jahren in das Frauennationalteam ihres Landes einberufen und konnte dort mit ungewöhnlichen Leistungen überzeugen. Südkorea setzt große Hoffnungen in die junge Frau, auch weil sie es ihr in Tokio das erste Mal möglich sein wird, an einer Olympiade teilzunehmen. Die Badmintonwelt wird weiterhin gespannt schauen, wie sich An Se Young entwickelt und ob sie eventuell schon bei den Olympischen Spielen in Tokio einige Titel abräumt.

Das ist der Austragungsort

Alle Badmintonspiele, die bei der Olympiade in Tokio stattfinden, werden im Musashino Forest Sport Plaza ausgetragen. Der Musashino Forest Sport Plaza ist ein riesiger Sportkomplex, in dem sich diverse Räumlichkeiten befinden. Am größten ist die monströse Mehrzweckhalle, welche für bis zu 10.000 Zuschauer ausgelegt ist. Neben der Mehrzweckhalle gibt es noch eine kleinere Turnhalle, ein Schwimmbad und zwei Fitnessstudios in dem Komplex. Der gesamte Bau kostete ungefähr stattliche 300 Mio. Dollar und wurde im November 2017 eröffnet.

Rückschlag für die Deutschen

Auf dem Spieler Mark Lamsfuß ruhte die Hoffnung vieler deutscher Badmintonfans. Der Profi für die deutsche Badmintonnationalmannschaft kämpft aktuell um eine Qualifikation für die Olympiade, worin er nun aber durch einen Zwischenfall behindert wurde.

Mark Lamsfuß wurde mit einigen anderen Spielern vom Weltranglistenturnier "Orléans Masters" in Frankreich ausgeschlossen, da er Kontakt mit einem anderen Spieler hatte, der einen positiven Corona-Test machte.
Der französische Nationalspieler, mit dem Lamsfuß Kontakt hatte, wurde bereits vor dem Turnier positiv getestet. Lamsfuß und er hatten zuvor noch im selben Trainingscenter trainiert. Aufgrund der geltenden Hygienebestimmungen wurde Lamsfuß von dem Turnier disqualifiziert und kann nun keine Punkte mehr für die Qualifikation bei Olympia mehr sammeln.

Für ganz besondere Aufregung sorgte dieser brisante Fakt: Der französische Nationalspieler war bei einem zweiten Test negativ getestet worden, was bedeuten könnte, dass der vorherige positive Test falsch war. Die Wettkampfleitung ging der Sache jedoch nicht weiter auf den Grund und Lamsfuß blieb vom Wettbewerb ausgeschlossen - bitter, bleibt bloß zu hoffen, dass die deutschen Spieler dennoch weiter Punkten und wir sie 2021 in Tokio sehen können.





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