Kolumne 2021.05.04

Favoritencheck: Was ist für den DBV in Tokio möglich?

Favoritencheck: Was ist für den DBV in Tokio möglich?
Marvin Seidel und Mark Lamsfuß [Foto: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
In wenigen Wochen ist es endlich so weit – die Olympischen Sommerspiele von Tokio 2021 stehen an. Hunderte Athleten aus den verschiedensten Nationen werden in der japanischen Hauptstadt um olympisches Edelmetall kämpfen.
Die Badmintonwelt blickt natürlich ebenfalls auf die Sommerspiele. Auch der DBV schickt mit Kai Schäfer, Yvonne Li, Mark Lamsfuß und Marvin Seidel bzw. Isabel Herttrich eine aussichtsreiche Delegation ins Rennen. Wir blicken im Favoritencheck auf die Chancen der DBV-Auswahl und schauen, welche Nationen zu den Topfavoriten im Kampf um olympisches Edelmetall gehören.

Mit dem Heimvorteil zur Goldmedaille?

Der beste Badmintonspieler der Welt kommt derzeit aus Japan. Seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2018 steht Kento Momota an der Spitze der Weltrangliste. Nachdem er die Olympischen Spiele von Rio 2016 verpasste, ist klar, dass er vor heimischem Publikum nun die Goldmedaille gewinnen will. Auch bei den Frauen hofft Japan auf den großen Erfolg. In Rio holte Nozomi Okuhara im Damen-Einzel die Bronzemedaille und im Doppel der Damen gab es sogar Gold. Mit dem Heimvorteil im Rücken rechnet sich die japanische Delegation im Badminton auf jeden Fall etwas aus.

Chen Long will Gold verteidigen

China zählt traditionell zu den Top-Favoriten beim Badminton-Turnier der Olympischen Spiele. Im ewigen Medaillenspiegel liegt die Volksrepublik mit 18 Goldmedaillen und 41 Medaillen insgesamt weit vorne. Auch nach dem Karriereende des großen Lin Dan dominieren die Spieler aus dem Reich der Mitte bei internationalen Wettkämpfen. Mit dem derzeit Sechsplatzierten in der Weltrangliste und Goldmedaillengewinner von 2016, Chen Long, haben die Chinesen auf jeden Fall einen aussichtsreichen Kandidaten in ihren Reihen. Aber auch bei den Damen sind mit Li Xue Rui und Wang Yihan starke Spielerinnen um olympisches Edelmetall im Rennen. Die Experten sind sich einig, dass China die Dominanz bei den Olympischen Spielen fortsetzen kann.

Durchbricht Dänemark die asiatische Phalanx?

Vor allem im südostasiatischen Raum gehört Badminton in vielen Ländern zum Nationalsport. Dementsprechend dominant sind diese Länder auf den internationalen Turnieren. Dänemark macht hier allerdings die große Ausnahme. Immer wieder gelingt es dem vergleichsweise kleinen, nordeuropäischen Land große Ausnahmespieler hervorzubringen. Peter Gade beispielsweise führte die Weltrangliste von 1998 bis 2001 an und hat damit eine ganze Generation an dänischen Badmintonspielern geprägt. Zu diesen zählen sicher auch Viktor Axelsen und Anders Antonsen, die derzeit auf Platz 2 bzw. 3 der Weltrangliste stehen und dementsprechend mit großen Aussichten in das olympische Turnier gehen.

Wie stehen die Chancen für die DBV-Athleten?

Nachdem das letzte Qualifikationsturnier in Singapur abgesagt wurde, stehen auch die deutschen Teilnehmer für Olympia fest. Zwar rechnet sich der DOSB in anderen Sportarten wie Leichtathletik oder Fußball mehr aus, aber insbesondere Yvonne Li gehört zu den Medaillenhoffnungen. Dank dem Medienwirbel um die Olympischen Spiele und auch Spielern wie Li und Co. wird Badminton immer größer und erhält somit auch mehr Sendezeit bei Sportsendern wie DAZN oder Eurosport. Außerdem bieten Online Wetten Buchmacher wie Betway nun eine eigene Kategorie für Badminton an. Ihre Form hat Li dieses Jahr auf jeden Fall schon bewiesen. Bei der Team-EM 2020 gehörte Li noch zu den Silbermedaillengewinnerinnen. Zwar verliefen die Olympischen Spiele 2016 für die deutsche Delegation eher weniger erfolgreich, aber vielleicht ist ja in Japan – auch dank Yvonne Li – eine Überraschung drin.

Indonesien will zurückschlagen

Im ewigen Medaillenspiegel liegt Indonesien mit 19 Medaillen auf Rang zwei hinter der Volksrepublik China. Im Gegensatz zum harten Stil der Chinesen scheint es, als überzeugen die indonesischen Spieler mit mehr Leichtigkeit und Technik. Die Hoffnungen ruhen unter anderem auf Anthony Ginting, Jonatan Christie, Tommy Sugiarto oder Gregoria Mariska Tunjung. Ginting und Christe stehen auf den Weltranglistenplätzen fünf bzw. sieben und haben ihre Form in dieser Saison bereits unter Beweis gestellt. Nachdem Indonesien 2016 mit „nur“ einer Silbermedaille nach Hause kam, will man nun in Tokio zurückschlagen.

Taiwan tritt wieder als Chinesisch Taipeh an

Auch 2021 tritt Taiwan bei den Olympischen Spielen wieder als Chinesisch an. Das bedeutet, dass mit dem Weltranglistenvierten Chou Tien Chen und der Weltranglistenersten bei den Damen, Tai Tzu Ying, gleich zwei absolute Topfavoriten wieder an den Start gehen. Bei den Damen darf man sich vor allem Hoffnung auf ein erneutes Duell der beiden Rivalen Tai Tzu Ying und der Spanierin Carolina Marin machen. Zuletzt musste sich die Olympiasiegerin von 2016 im direkten Duell geschlagen geben.

Das olympische Badmintonturnier ist zweifelsohne der Höhepunkt im Sportjahr 2021, das gilt natürlich auch für die Badminton-Szene. Badminton-Deutschland darf sich auf jeden Fall auf die Auftritte der deutschen Athleten freuen. Vielleicht ist ja sogar eine Überraschung drin.





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