Stars 2021.08.13

Männer weinen nicht mehr heimlich

Männer weinen nicht mehr heimlich
Peter Gade [Foto/Archiv: Dan Møller]
Von Redaktion / TV2
Können Männer im Sport heute mehr weinen als früher? Mit diesem Thema beschäftigten sich in Dänemark sogar die Hauptnachrichten im Fernsehen. Auslöser waren die grenzenlosen Emotionen, die Viktor Axelsen nach seinem Olympiasieg zeigte.
Männliche Athleten, die auf dem Sportplatz weinen, sorgen für Diskussionen. Der dänische TV-Sender TV2 befragte Badminton-Legende Peter Gade zum Thema.

Viktor Axelsen und andere großartige Sportler haben in letzter Zeit in der Öffentlichkeit geweint. War das auf dem Höhepunkt deiner Karriere anders?

Was wir zum Beispiel bei den letzten Olympischen Spielen gesehen haben, war, dass es mehr Raum für Emotionen und ein größeres Verständnis dafür gibt. Und es wird in den Medien deutlich anders behandelt. Ich finde generell sollte auch ein größeres Interesse daran bestehen, die Person hinter der Performance zu verstehen. Das finde ich sehr schön.

Hast du ein konkretes Beispiel, wo du deine eigenen Emotionen kontrollieren musstest?

Ich hatte im Laufe meiner Karriere viele Gefühle und Tränen in den Augen, aber ich bin mir nicht sicher, ob das für alle sichtbar war. Auf jeden Fall kommt viel im Nachhinein, wenn man in der Umkleidekabine sitzt.

Ich erinnere mich nicht an jeden einzelnen Sieg und jede Niederlage, aber ich kann mich an die WM 1999 erinnern, wo ich im dritten Satz das Halbfinale mit 15-14 verliere. Hier waren ziemlich starke Emotionen im Spiel, besonders als ich danach im TV interviewt wurde. Aber damals wussten wir ganz genau, dass es keinen Raum für diese Emotionen gab.

Es war uns durchaus bewusst, dass solche Reaktionen anders aufgenommen wurden, als es heute der Fall ist. Daher bin ich solche Dinge umgangen.

Was denkst du darüber, wie Sportler heute ihren Emotionen freien Lauf lassen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Emotionen zu zeigen. Manche weinen innerlich und andere kommen auf andere Weise damit heraus. Es sollte nicht der Fall sein, dass Sie jemanden danach beurteilen, ob jemand weint oder nicht. Es sollte keine Standards für Emotionalität geben.





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