International 2023.05.24

Ein Fall, der empört

Ein Fall, der empört
Mia Blichfeldt [Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Dänemarks Mia Blichfeldt wurde während der Team-WM mit Drohungen überschüttet.
So etwas hat Dänemarks beste Einzelspielerin noch nie erlebt:

"Ich hoffe, du brennst in der Hölle."

"Komm nicht nach Malaysia, du Stück Scheiße."

"Ich hätte dich mit meinem Schläger geschlagen."

"Dumme Fo..."


Botschaften wie diese sind für Mia Blichfeldt in den vergangenen Tag Realität. Die aktuelle Weltranglisten-21. hat nach ihrem Sieg über die Malaysierin Goh Jin Wei bei den Mixed-Team-Weltmeisterschaften am vergangenen Freitag eine Flut von Hassbotschaften in ihren sozialen Medien erhalten.

"Es ist gewalttätig und unangenehm", erzählt sie gegenüber TV 2 Sport und führt aus:

"Ich bin seit vielen Jahren auf großen Turnieren unterwegs und habe noch nie eine so heftige Reaktion auf ein Spiel erlebt. Einige der Nachrichten in meinem Posteingang sind direkte Morddrohungen gegen mich und meine Familie. Es ist unangenehm."

Das Spiel, um das es geht war das WM-Viertelfinal beim Sudirman Cup, das Dänemark am Ende gegen Malaysia verlor.

Blichfeldt spielte das Dameneinzel, das ein mentaler Battle zwischen der Dänin und der Malaysierin wurde.

Goh Jin Wei versuchte mehrmals, aufzuschlagen, bevor Blichfeldt bereit war. Mehrfach beschwerte sich Blichfeldt beim Schiedsrichter. Irgendwann nahm sie auch Goh den Ball aus der Hand – eine Aktion, die sie später als „etwas unsportlich“ bezeichnete.

Viele der Nachrichten, hauptsächlich von Leuten aus Malaysia, handeln von dieser Aktion. Dass sie „unhöflich“ und „unsportlich“ sei.

"Ich bin überrascht, dass die Leute denken, ich sei unsportlich auf dem Spielfeld. Es habe von beiden Seiten völlig normale Aktionen stattgefunden," sagt Blichfeldt.

Auch Teamkollegen erhalten Nachrichten

Sie schätzt, dass sie seit dem Match etwa 100 Nachrichten pro Stunde erhält. Sie sagt auch, dass mehrere der anderen dänischen Spieler Nachrichten erhalten haben, in denen ihr Name erwähnt wird.

Ein kurzer Blick auf Blichfeldts Instagram-Kanal zeigt auch, dass es von negativen Kommentaren nur so wimmelt. Und das sind nur diejenigen, die öffentlich zugänglich sind. Auch ihr Posteingang ist voll.

"Ich habe mich entschieden, sie nicht zu lesen. Ich will nicht sehen, was da steht“, sagt sie.

Obwohl Dänemark nach einem Aus im Viertelfinale die WM der Mixed-Teams verlassen musste, heißt das nicht, dass Blichfeldt eine Auszeit nehmen kann.

Sie ist direkt nach Malaysia geflogen, wo bereits das nächste Turnier ausgetragen wird.

Ob sie Angst hat, diese Woche in Malaysia spielen zu müssen?

"Nein, ich weiß nicht. Ich habe nicht das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Es geschah alles mit einem hohen Puls. Es berührt mich nicht so sehr – ich bin eher schockiert darüber, wie heftig die Reaktionen sind. Es ist nur ein Badminton-Match“, sagt sie und fährt fort:

"Ich hoffe, dass es keine Reaktionen gibt, wenn ich die Arena betrete. Ich hoffe, dass ich nicht mit Buhrufen begrüßt werde. Es wäre eine miserable Erfahrung, und ich habe es immer genossen, hier zu spielen."


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